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Scharf oder Unscharf, das ist hier die Frage

photo © Manfred Görgens | SommerAkademie Margreid

 

Scharf oder Unscharf, das ist hier die Frage. Oder eine Geschmackssache. Es gibt kein falsch oder richtig, kein Entweder-Oder. Es geht sowohl scharf als auch unscharf. Wie beim Essen.

Henri Cartier-Bresson war der Ansicht, dass “Sharpness is a bourgeoise concept”.

Ist ein scharfes Bild ein besseres Foto?

Ist ein unscharfes Bild ein spannenderes Foto?

In welcher Form reflektiert dein Foto deine persönliche Stimmung oder deine Sicht auf die Welt?

Kannst du dir vorstellen, dass jemand zu deiner Fotoausstellung geht und kommentiert, wie scharf (oder unscharf) deine Fotos sind?

Technisch gesehen ist Schärfe sicherlich ein Ziel und wird als Qualitätsmerkmal angesehen. Ästhetisch betrachtet ist Schärfe eine Eigenschaft – von Natur aus nicht besser oder schlechter als jede andere Eigenschaft.

„Bei großartiger Fotografie geht es um die Tiefe der Gefühle, nicht um Tiefenschärfe.“ Peter Adams

 

Kunst kümmert sich nicht um Schärfe

Ganz früher haben die Künstler versucht, in ihrer Malerei möglichst scharf die Realität widerzugeben. Die Impressionisten dagegen wollten keine tollen Abbilder der Realität gestalten, sondern nutzten verträumte und unvollkommene Pinselstriche, um eine Stimmung oder ein Gefühl hervorzurufen.

„Kunst nennen wir das….,was ein Künstler tut. Es ist nicht das Medium oder das Öl oder der Preis oder ob es an einer Wand hängt oder ob du es isst. Was zählt, was es zur Kunst macht, ist, dass die Person, die es gemacht hat, den Widerstand überwunden, die innere Stimme des Zweifels ignoriert und etwas Wertvolles kreiert hat. Etwas riskantes. Etwas Menschliches. Kunst liegt nicht im Auge des Betrachters. Sie wohnt in der Seele des Künstlers.“ – Seth Godin

 

Bildschärfe und Unschärfe als Gestaltungsmittel

Mit dem bewussten Einsatz von Schärfe und Unschärfe kannst du den Blick des Betrachters lenken. Eine sachliche Wirkung könnte man erzielen, indem das ganze Bild scharf ist. Es kann auch nur ein Bildausschnitt scharf abgebildet sein und damit den Blick auf das Wesentliche zu lenken.

Zum Beispiel kann der Hintergrund gerade noch so viel zeigen, dass der Betrachter nur erahnen könnte, was es ist und somit entsteht eher ein Bezug zum Motiv, das scharf dargestellt ist.

 

Letztendlich….

Letztendlich denkt einfach daran, dass es bei der Fotografie darum geht, die Freude am Leben einzufangen, eure Erlebnisse und Lieben zu fotografieren und wunderschöne visuelle Kunst zu kreieren!

Emotionale Wirkung durch Fotos.

Und wenn Bewegungsunschärfe und unscharfe Fotos, oder eben vielleicht präzise, scharfe Bilder, dabei helfen, deine künstlerische Vision umzusetzen, dann mal los!

Das wichtigste ist immer: experimentiert, habt Spaß und fotografiert mit Herz und Seele!

„There is nothing worse than a sharp image of a fuzzy concept.“ Ansel Adams

 

Claudia BroseScharf oder Unscharf, das ist hier die Frage

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