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Inspirationen und Impulse zur Fotografie

Gastbeitrag EBERHARD SCHUY: „Schaust Du noch oder siehst Du schon“?

by Claudia Brose
by Eberhard Schuy:

Wann fasziniert uns ein Bild? Erkennt man die Intention, mit der es erstellt oder auch betrachtet wird, ist man zumindest nicht weit davon entfernt über das bloße Schauen zum Sehenden zu werden.   Es scheint selbstverständlich, dass wir aus Texten, wenn wir sie lesen, Erkenntnisse ziehen und es ist selbstverständlich, dass dies genauso mit Bildern geschieht, wenn wir sie bewusst sehen und nicht nur anschauen.

Wenn ich schätzen sollte, würde ich auf über 90% aller Fotografien tippen, bei denen man nur schaut, aber nichts sieht. Es ist entscheidend, wie intensiv ein Blick zu einem Bild geht und welche Resonzanz vom Bild zurückkommt. Wenn das passiert, dann sehen wir etwas und schauen nicht nur.

Das, was hier so logisch erscheint beruht auf einer besonderen Art der persönlichen Analyse von Bildern, die jeder von uns mehr oder weniger bewusst oder unbewusst beim Blick auf eine Fotografie durchführt.  Wenn nicht sehr schnell der Funke überspringt zwischen Bild und Betrachter, dann wird das wahrscheinlich nichts mehr mit der Aufmerksamkeit für das Werk. Man kann es wirklich ableiten von der Begegnung zweier Menschen, wir alle kennen das, der erste Blick entscheidet so oft zwischen Interesse und sogar Gleichgültigkeit. In der Fotografie scheint es noch ein wenig komplizierter zu sein, zwischen Autor und Betrachter findet in der Regel keine Interaktion statt, ein Bild reagiert nicht auf die Art wie es angeschaut wird. Der Autor des Bildes sollte sich also der ganz besonderen Verantwortung bewusst sein, wenn er ein Bild der Öffentlichkeit zugänglich macht. In diesem Moment findet eine Kommunikation statt, die nicht mehr beeinflussbar ist, die aber auch den großen Reiz guter Fotografie ausmacht. Es gibt nur ein Signal, das der Fotograf mit dieser Fotografie aussendet, es ist seine Sichtweise, seine Interpretation, seine Art des berührt seins im Moment des Auslösens. Das ist die Kommunikation des Bildes, und es gibt hunderte oder tausende die dieses Signal des Bildes empfangen. Alle Betrachter haben wahrscheinlich unterschiedliche Intentionen, unterschiedliche Stimmungen, sehen das Bild vielleicht weil sie es anschauen müssen, weil sie es zufällig sehen oder auch Informationen suchen.

Damit sind wir wieder bei der Faszination und der Achtsamkeit, mit der ein Bild entstehen sollte, wenn ich es veröffentlichen möchte. Abgesehen von spontanen Erinnerungsbildchen ist es unbedingt notwendig sich zumindest kurz über den Grund der Fotografie Gedanken zu machen. Die Gründe dafür können sehr vielfältig sein, bei der Relevanz, die das Bild haben kann wird es bereits deutlich komplizierter.   Wie sehr ist es Notwendig, dass sich eine Relevanz nicht nur für den Fotografen ergibt sondern sich auch dem Betrachter erschließt? Wenn man diese Frage beantworten kann, ist es möglich zu erkennen ob und wie Bilder funktionieren.

Es gibt einen Kurs im Jahr, ein Treffen, auf das ich mich ganz Besonders freue.

Die IF/SommerAkademie in Südtirol, dort geht es sehr viel um besondere Fotografie, um Intentionen und um den Spirit der Fotografen, der sich in ihren Bildern widerspiegelt.  Eine besondere Stimmung trägt dieses Event, bei dem es Absicht ist, dass Teilnehmer und Referenten sehr viel Zeit zum Sprechen haben. Selbst unter den Referenten geht es extrem locker zu.

Im letzten Jahr forderte mich einer auf, bei seinem Kurs >„SCHWARZ-WEISS-FOTOGRAFIE“! <-mitzulaufen.  „Da kannst Du was lernen“ war seine Begründung! OK, ich bin mitgelaufen und habe gelernt!

Es war Rüdiger Schrader, also klar, nicht bei jedem würde ich mitlaufen!
Dieses Jahr freuen wir uns auf unseren gemeinsamen Kurs!

Ich denke, das beschreibt sehr gut wie die Atmosphäre ist, mit der man dort in den besonderen Kursen an dieser einmaligen Location arbeitet.

Es sind Kurse, in denen es um Fotografie geht und nicht darum nur nette Bilder zu machen.

Na, schaust Du noch oder siehst Du schon! 🙂

Eberhard Schuy

https://www.schuyfotografie.de/

 

Claudia BroseGastbeitrag EBERHARD SCHUY: „Schaust Du noch oder siehst Du schon“?

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2 comments

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  • Axel Collein - 28. März 2020 reply

    Wunderbarer Beitrag, der genauso gut wieder in die kommende schnelllebige Zeit passen wird. Besonders dann, wird der Kurs mit Eberhard genau so sein, wie er es heute schon in Worte fassen kann. (heimlich geschrieben)

    Claudia Brose - 29. März 2020 reply

    Vielen Dank für den Kommentar. “…wird der Kurs mit Eberhard genau so sein, wie er es heute schon in Worte fassen kann.” – sehe ich auch so! Da können wir uns auf Eberhard verlassen!

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