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	<title>Fotografie und Zeit &#8211; The|FOTOAcademy</title>
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		<title>Der Geheimweg für bessere Bilder führt über Wertschätzung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Claudia Brose]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 24 Jan 2021 11:23:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Inspiration]]></category>
		<category><![CDATA[#Fotografieren]]></category>
		<category><![CDATA[fotografie]]></category>
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					<description><![CDATA[Früher waren Fotos ein Medium, wichtige und besondere Ereignisse im Leben eines Menschen, einer Familie oder eines Zeitgeschehens festzuhalten, zur Dokumentation, Erinnerung oder zum Teilen. Inzwischen erfassen wir mit Fotos Dinge, um anderen unsere Sichtweisen zu demonstrieren, ungewöhnliche Momente oder alltägliche Banalitäten zu dokumentieren und der Welt vor die Füße zu klatschen. Und der Wahnsinn]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Früher waren Fotos ein Medium, wichtige und besondere Ereignisse im Leben eines Menschen, einer Familie oder eines Zeitgeschehens festzuhalten, zur Dokumentation, Erinnerung oder zum Teilen. Inzwischen erfassen wir mit Fotos Dinge, um anderen unsere Sichtweisen zu demonstrieren, ungewöhnliche Momente oder alltägliche Banalitäten zu dokumentieren und der Welt vor die Füße zu klatschen.</p>
<p>Und der Wahnsinn kann noch weiter gehen, dass ein im Internet eingestelltes Foto von jedermann heruntergeladen, manipuliert, wiederverwendet, umgedeutet und erneut online gestellt werden kann. Oder ein jedermann dies zumindest könnte, aber wahrscheinlich nicht sollte. Es ist möglich, die Kontrolle über das Foto vom Fotografen weg und in den öffentlichen Bereich zu verlagern. <span data-language-for-alternatives="de" data-language-to-translate-into="en" data-phrase-index="1">Allerdings, </span>ein Bedürfnis nach Wahrhaftigkeit gibt es trotz der Manipulierbarkeit der Bilder, oder vielleicht gerade deswegen.</p>
<h4><strong>Verliert das Foto an Wertschätzung?</strong></h4>
<p>Nach Ansicht einiger Anthropologen und Psychologen verschmilzt die Fotografie mit unseren täglichen Erlebnissen, sie vergrößert manchmal wie eine Lupe die Details des Lebens eines Menschen und verleiht den Momenten mehr Intensität oder lässt sie in der Masse derselben verblassen. Die Betrachter der Fotos sitzen uns direkt gegenüber am Esstisch oder an ihren Bildschirmen auf der anderen Seite des Globus.</p>
<p>Wir mögen denken, dass die Welt kleiner geworden ist durch Internet, KabelTV und die Plattformen der sozialen Medien, aber sie ist auf eine andere Weise distanzierter geworden und weniger eine Gemeinschaft mit weniger Empathie.</p>
<p>Scrollen wir nur noch oder schätzen wir auch, was uns die Bilderflut bietet? Das Foto als Teil des kollektiven Gedächtnisses, die Besonderheit eines persönlichen oder historischen Moments scheint an Wertschätzung verloren zu haben.</p>
<h4><strong>Bewusstsein und Empathie</strong></h4>
<p>Je mehr Bilder betrachtet werden, desto mehr könnten wir erwarten, dass die Wertschätzung eines guten oder schlechten Bildes bis zu einem gewissen Grad zunimmt, nicht wahr? Dies geht allerdings nur, wenn ein Bild beim Betrachten bewusst bewertet und gewürdigt wird, auch wenn dies nur auf „gefällt mir/gefällt mir nicht“ beschränkt ist. <span data-language-for-alternatives="de" data-language-to-translate-into="en" data-phrase-index="2">Letztendlich können wir </span>nur mit einem gewissen Grad an Bewusstsein Urteile treffen. Ist dieses Bewusstsein vorhanden?</p>
<p>Sinkt unsere Wertschätzung für engagierte, reflektierte Fotografie? Welche Bedeutung ein Bild noch hat, ist schwerer einzuordnen als früher.</p>
<p>Auf der anderen Seite gibt es Stimmen, dass Fotofestivals und Ausstellungen enormen Zulauf haben. Vielleicht hat die Verbreitung von bezahlbaren Digitalkameras und Smartphones zu einer unerwarteten Öffnung der Fotografie geführt?</p>
<p>Oder entsteht ein Spagat zwischen dem einfachen Zugang zur Fotografie und Verbreitungsmöglichkeiten von Bildern und dem aus der digitalen Revolution sich ausbreitendem Ziel- und Wertewandel? Untersuchungen zeigen, gerade bei jüngeren Generationen, dass sich ein Rückgang der Empathie beobachten lässt. Brauchen wir nicht Empathie, um die Bilder anderer, und unsere eigenen, wertzuschätzen?</p>
<h4><strong>Weniger für mehr Wert</strong></h4>
<p>Was könnte passieren, wenn wir etwas entschleunigen und besonnener an die Fotografie herangehen und entsprechend weniger Fotos machen? Den Akt der Fotografie schätzen, die Wahl des Bildausschnitts abschätzen und besondere Werke wertschätzen. Könnten dann vielleicht wertvolle Bilder entstehen? Wert und Qualität entsteht, wenn wir in die Tiefe gehen. Wer an der Oberfläche schwimmt, wird das Herausragende nicht sehen.</p>
<p>Stattdessen: Wir können an der Oberfläche anfangen, langsam reifen und den Fotos und der Fotografie immer weiter auf den Grund gehen&#8230;..und schätzen lernen.</p>
<p>Wir wissen, dass Wertschätzung wichtig ist, nicht nur für unsere Bilder oder die der anderen. Wir wissen, dass Wertschätzung auch Wunder wirken kann und bessere Ergebnisse produziert, ob in der Fotografie oder im Leben. Warum wird Wertschätzung so oft vernachlässigt?</p>
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		<title>Sich in der Fotografie verlieren. Bleibende Werte erzeugen.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Claudia Brose]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 18 Aug 2019 18:20:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Entschleunigung]]></category>
		<category><![CDATA[#Fotografieren]]></category>
		<category><![CDATA[Ambrotypie]]></category>
		<category><![CDATA[Bleibende Werte erzeugen]]></category>
		<category><![CDATA[Fotografie und Geduld]]></category>
		<category><![CDATA[Fotografie und Zeit]]></category>
		<category><![CDATA[Glasplatten Fotografie]]></category>
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					<description><![CDATA[Rohstoff Zeit. Wir alle brauchen ihn. Qualität braucht Zeit. Aber wer will heute schon Qualität? Lebensqualität, Bildqualität, Qualität in Beziehungen, ob persönliche oder geschäftliche, Qualität beim Essen, Luftqualität – wer braucht das? Dafür haben wir keine Zeit. Es muss schneller, höher, weiter gehen und da bleibt Qualität auf der Strecke. Wir müssen Nichts für die]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h4><strong>Rohstoff Zeit. Wir alle brauchen ihn.</strong></h4>
<p>Qualität braucht Zeit. Aber wer will heute schon Qualität? Lebensqualität, Bildqualität, Qualität in Beziehungen, ob persönliche oder geschäftliche, Qualität beim Essen, Luftqualität – wer braucht das? Dafür haben wir keine Zeit. Es muss schneller, höher, weiter gehen und da bleibt Qualität auf der Strecke. Wir müssen Nichts für die Ewigkeit bauen, produzieren, erhalten, pflegen oder langfristig denken. Wo kämen wir denn dahin?</p>
<p>Der <a href="https://www.lightcatcher.it/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Fotograf Kurt Moser</a> kreiert Fotos für die Ewigkeit. Sie halten mehrere Hundert Jahre. Er macht EIN Foto alle drei Tage. Und das jeweilige Foto ist einzigartig, nicht reproduzierbar. Jedes Foto ein Unikat. Die Fotos entstehen mit der alten Fototechnik Ambrotypie auf schwarzen Glasplatten in einem aufwendigen Verfahren. Am Ende hast du ein Foto, das „du anfassen kannst, du kannst es fühlen, und es bleibt uns für mehrere Hundert Jahre erhalten“, beschreibt der Fotograf und Künstler Kurt Moser aus Südtirol. Er ist darauf bedacht, „gegen Vergänglichkeit und Vergessen zu arbeiten, hinter die Kulissen zu sehen, sich die Zeit für das zu nehmen, was ihm wichtig erscheint, und diese Eindrücke und Empfindungen in Unikaten zu verewigen.“</p>
<h4><strong>Geduld haben</strong></h4>
<p>Geduld wird in diesen Zeiten unterschätzt. „Es geht darum, dass wir uns der langfristigen Problemlösung, dem konzentrierten, gründlichen Nachdenken zuwenden müssen“, erklärt Philosoph Peter Heintel (in brandeins). Er gründete einst den „Verein zur Verzögerung der Zeit“, nicht um zu entschleunigen, sondern die Konzentration fürs Wesentliche zu fördern. Geduld führt zum Ziel und gehört zur Entwicklung dazu. Etwas zu dulden führt auf mehr Wissen zurück, mehr Informationen über eine Person, eine Situation und die Zusammenhänge. Mehr Austausch unter den Menschen ist da sicherlich hilfreich. Auch beim Fotografieren zahlt sich Geduld und der Austausch mit anderen aus. Andere Meinungen, Blickwinkel, Sichtweisen auf Bilder verbessern die eigene Fotografie. Immer wieder probieren, unnötiges weglassen, andere Herangehensweisen versuchen und geduldig die neuen Erkenntnisse einbauen und umsetzen.</p>
<h4><strong>Stillsitzen. Sehen, wer du bist</strong></h4>
<p>Wenn Kurt Moser mit der alten Fotografie Methode ein Porträt einer Person macht, braucht es mehrere Stunden, um alles einzustellen. Das ist viel Zeit, möglichst bewegungslos zu sitzen, in eine riesige Kamera zu starren und von starkem Licht angestrahlt zu werden. Und es ist viel Zeit, um sich mit der Person, die sich kaum bewegen darf, unterhalten zu können und sie kennenzulernen. Das verändert die Person, beschreibt Kurt. Und die Maske fällt. Das wahre Wesen kommt zum Ausdruck. Genau in diesem Moment macht Kurt das Bild. Die Reaktion der fotografierten Person auf das Porträt ist meistens Erstaunen, „ihrem wahren selbst“ in dem auf schwarzer Glasplatte verewigtem Foto zu begegnen.</p>
<h4><strong>In der Fotografie verlieren</strong></h4>
<p>„Hier und jetzt, während dein Herz schlägt, stehst du mit der Zeit in Tuchfühlung. Ihre Eigenschaften hängen ganz davon ab, wie du sie verbringst. Jeder hat erlebt, wie er von seiner Lieblingstätigkeit gefangen genommen wird. Mit frischem Geist und voller Leben ist er dabei. Dann flieht die Zeit.“ (<a href="https://amzn.to/2MvVf27" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Soiku Shigematsu, „Momo erzählt Zen“</a>).</p>
<p>Leidenschaftliche Fotografen können sich in ihrer Fotografie verlieren. Zeit wird bedeutungslos und fühlt sich voll und erfüllt an. Als ob wir Zeit gewonnen hätten. Das ist doch ein wunderbarer Anreiz, sich mehr Zeit für seine Fotografie zu gönnen.</p>
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