Foto Projekte – IF/Community

HEINZ LEYK | Juist in den 90’ern – vom Dia zum Digital

Heinz: “Warum nur …

… befasse ich mich mit derart alten Dias, deren technischer Qualität man zudem so direkt ansieht, dass sie mit eher einfachem Gerät aus den 80ern gemacht wurden?

Zugegeben, ich hatte sie einmal digitalisiert, war maßlos enttäuscht, habe sie einfach irgendwo abgepeichert und liegen lassen – das war´s.

Nach den Tagen bei der Sommerakademie hatte sich meine Sicht auf das, was ich so fotografiert hatte, ob und warum ich das überhaupt noch weiter tun sollte, doch sehr verändert.

Da fragt Rüdiger Schrader einfach mal: was ist bei Dir zwischen diesen beiden Fotos passiert?

Er hat hinter und zwischen den Fotos eine persönliche Situation gesehen, wo ich eigentlich nur zwei Fotos im Kopf hatte.

John bringt einen in eine Fotosituation, in die man sich vorher einfach nicht selbst gebracht hätte und öffnet eine Tür.

Dazu die vielen Gespräche am Rande zu Fotoinhalten, dem wie und warum, der immer wieder von Hermann Will hervorgehobene thematische Ansatz, um nur einige Aspekte zu nennen.

Danach bin ich zuhause mit einem solcherart veränderten inneren Blick durch meine Bilder gegangen, habe nach über die Jahre sich entwickelnden Linien gesucht, bin dabei an vielen Stellen fündig geworden und zuletzt wieder auf die Dias gestossen.

Die Dias haben sich mir in der Bearbeitung lange nicht erschlossen und ich dachte schon: lass es, verlorene Zeit, da gibt´s Besseres.

Trotzdem: irgendwie hänge ich an diesen Fotos und dann war klar, es war die Situation, in der ich mich damals befand (ich war wochenlang auf der Insel). Ich musste die Equipmentfrage und die technische Qualität hinter mir lassen, den Motiven einfach den Raum so geben, wie sie sind und nur genau das irgendwie herausbringen.

Also nichts mehr mit 4k-Display und 2:1 Zoom, Rauschen, 50 Megapixel Sensor und gnadenloser Schärfe, nur noch Korn und Schattierungen – super.

Nachdem ich das im Kopf zurechtgerückt hatte, waren die Bildinhalte frappierend so, wie ich es auch heute ähnlich wieder machen würde.

Den Farben konnte ich nichts mehr abgewinnen und um das Korn einzubinden sind es dann – was sonst – SW-Bearbeitungen geworden. Ich habe dann eine Serie auf A4/14×21 cm Ilford Gold Monosilk gedruckt und denke jetzt sogar, dass man das digitale Bild einfach gar nicht zeigen sollte, denn das wird ihnen nicht gerecht. Jeder von uns wendet dann sofort ganz andere Maßstäbe an und dann fällt der Kern sofort durchs Raster.

Die kleinen Prints repräsentieren für mich persönlich genau das, was damals in mir vorging (hallo Rüdiger…;-) und sind auch zum Herzeigen und Aufhängen sehr ansprechend.

Es hat Spaß gemacht! 🙂 ”

Anmerkung:
Für Heinz ist letztlich immer der Druck das Ergebnis, nicht die bearbeitete Fotodatei. Das scheint ihm ganz besonders wichtig bei diesem kleinen Projekt mit den Dias, denn die digitalen Versionen machen auf dem Bildschirm keinen annähernd so guten Eindruck, wie die Prints. Mit den Prints (14×21 auf Ilford Gold MonoSilk) ist er äußerst zufrieden und möchte daher diese hier zeigen.
Hier kannst du die Digitale Version von Juist sehen: www.heinz-leyk.myportfolio.com/juist-93-sw

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Claudia BroseFotoprojekt HLeyk